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Mein Weg in die Top 10.

Diesen Beitrag hast du in 10 Minuten gelesen.

Ich möchte dir in diesem Beitrag meine Erfahrungen, die ich während der Vorbereitung für den Kochwettbewerb gemacht habe, erläutern.

Die Bewerbung

Meine Bewerbung für den Kochwettbewerb ist mittlerweile gut vier Monate her. Einige von euch haben bestimmt das Bewerbungsvideo gesehen, welches ich auf Facebook und Youtube teilte. Meine Bewerbung reichte ich persönlich ein. Das heisst ich brachte der Redaktion von Marmite einen ganzen Korb mit selbst gemachten Kreationen, dem Video sowie mein Dossier vorbei.

Es freute mich sehr, dass alle so gefallen an meinem Dossier, sowie den diversen Leckereien fanden. Jetzt musste ich mich gedulden, denn Die Jury musste alle Bewerbungen einsehen und sich dann für die 20 ambitioniertesten Köche der Schweiz entscheiden.

 

Die Top 20

Ich hatte Zimmerstunde und war Zuhause angekommen. Den Brief im Briefkasten zu sehen, machte mich auf irgend eine Art und Weise nervös und glücklich gleichzeitig. Im Vorfeld hatte ich schon ein ziemlich gutes Gefühl bei der Sache. Ich eilte in den dritten Stock um meine Freundin noch zu erwischen bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machte. Ich öffnete den Brief in ihrem Beisein und durfte jubeln! Die Top 20 waren erreicht!

Die 20 Jungköche und Jungköchinnen bekamen nun den Auftrag ein Rezept zum Thema: „Der Lac Léman und die Waadtländer Riviera“ zu kreieren. Es gab noch diverse andere Vorschriften wie z.b. Saisonalität, Vor- und Zubereitungszeit etc.

Nun, die Aufgabenstellung war klar. Jetzt ging es ans eingemachte. Ich holte mir die Informationen, die ich brauchte und legte mit meinem Menü los.
Ich möchte euch diese Story natürlich nicht vorenthalten. Darum gibts die Story, die ich der Jury einreichte jetzt exklusiv für euch.

Die Story

Bevor ich über den Einzug in die Top 20 informiert wurde, machte ich mir schon einige Gedanken über das Gericht, dass ich einreichen musste. Hecht und Saucisson Vaudoise standen zunächst hoch im Kurs. Eine Art „Surf & Turf Waadtländer Style“ habe ich mir vorgestellt.
Das mehrseitige Dossier änderte diese Idee jedoch schlagartig. Im Warenkorb waren einige interessante Dinge aufgelistet, die mich auf Anhieb ansprachen.
Schnecken und Lauch fand ich zwei ziemlich spannende Zutaten.

Für meine Vorspeise liess ich mich von der Bücherreihe „Das kulinarischen Erbe der Schweiz“ inspirieren. Der Kanton Waadt beherbergt über 3800 Hektaren Rebberge mit über 30 verschiedenen Rebsorten. Ich wollte daher das kulinarische Erbe, dass uns das Waadtland gibt, aufnehmen und auf dem Teller zum leben erwecken.

Die Weinbergschnecke machte sich in dieser Idee sehr gut. Sie trägt den Weinberg ja bereits im Namen. Die anderen Komponenten waren einigermassen schnell zusammengestellt. Wenn wir uns nun schon einmal im Waadtland befinden und sich im Warenkorb Lauch befindet dürfen die Kartoffeln natürlich nicht fehlen.

Aus meiner Sicht ist die Schweiz ein einzig grosser Kanton. Daher habe ich die Produkte, Utensilien sowie das Anrichtegeschirr aus verschiedenen Ecken der Schweiz besorgt.

Anfangs suchte ich nur im Kanton Waadt, jedoch erschien mir das ein wenig zu „Bünzlihaft“. Da ich in meinem Gericht Schnecken verwende, machte ich mich auf die Suche nach den Besten der Schweiz. Fündig wurde ich auf der Schneckenfarm in Elgg.

Ich rief Herrn Bähler kurzerhand an, und fragte Ihn ob es möglich sei, seine Schneckenfarm zu besuchen und eine kleine Führung von ihm zu bekommen. Er sei bis zum 12.6. im Urlaub, teilte er mir mit. Nun denn. Ich machte mit Ihm Via Mail einen Termin ab und besuchte seine Farm nach seinem Urlaub. Die Führung war sehr informativ und lehrreich!

Armin Bähler

 

Ich machte mir also weitere Gedanken zum Thema Schnecken. Wie verarbeite ich sie? Wie viele serviere ich? Diese Fragen klärte ich mithilfe eines Schnecken Kochbuches und Recherchen im Internet. Die Schnecke am Finaltag selbst zuzubereiten wird wohl leider nicht drin liegen, da es mehrere Stunden dauert so eine Schnecke Weich zu kochen. Mit dem Produkt von Herrn Bähler habe ich allerdings eine Perfekte Alternative gefunden. Die Zubereitung meiner kriechenden Freunde habe ich bewusst klassisch gehalten, da die Schnecke ursprünglich ein Armeleuteessen war.

Ich stellte mir ebenfalls die Frage, ob Schnecken einen Wiedererkennungswert haben so ganz ohne Schneckenhaus? Nein. Das haben sie nicht. Also setzte ich mir in den Kopf ein essbares Schneckenhaus zu kreieren. Gesagt, getan.

Die Silikonform für meine Schneckenhäuser bestellte ich bei der Firma „Studer Kunststoffe“. Jetzt musste ich mir nur noch überlegen mit welchen Lebensmitteln ich am ehesten ein Schneckenhaus nachahmen konnte. Meine Wahl fiel auf Manitol. Ein Austauschzucker, der vorwiegend in Salzwasser Pflanzen, Feigenbäumen und Oliven vorkommt.

Da ich selber das Waadtland unbedingt besuchen wollte, suchte ich mir einige schöne Ecken und machte mit meiner Freundin einen Tagesausflug. Ich wollte mich einfach von der Gegend, von dem Treiben, von der Landschaft, kurz gesagt von allem was ich irgendwie wahrnehmen konnte, inspirieren lassen.

Die Rebberge in Lavaux, welche übrigens seit Juni 2007 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, faszinierten mich! Nun stand ich dort oben. Oberhalb der Rebberge und fühlte mich ein wenig wie in den Ferien. Die Idee, den Rebberg auf den Teller zu bringen verdeutlichte sich nun.

Die Waadtländer Riviera

 

Zu einem perfekten Gericht gehören nicht nur hochstehende Produkte. Nein dazu zählt einiges mehr. Was für mich mindestens genau so wichtig ist, sind die Teller auf denen das Essen angerichtet wird. Also machte ich mich auf den Weg den passenden Teller für mein Gericht zu finden. Am besten winterliche Farben die das Essen optisch unterstützen und den Winter repräsentieren. Bei diesem Thema habe ich mich überhaupt nicht schwierig getan. Für eine solche Aufgabe und für einen Kochwettbewerb in dem es um einiges geht, muss ein Profi ans Werk. Also entschied ich mich dafür die Teller von Helga Ritsch Töpfern zu lassen. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad an ihrem Studio vorbei, wenn ich arbeiten gehe.

Helga Ritsch

 

Als ich das erste Mal bei ihr im Studio war, erzählte sie mir, dass eine Auswahl ihrer Arbeiten gerade aus New York zurückgekommen sei. Die Teller, Untertassen etc. waren bei keinem geringeren als Daniel Humm, welcher für sein Restaurant Eleven Madison Park auf der Suche nach neuem Geschirr war. Es stellte sich heraus, dass ich mich mit Helga auf anhieb gut verstand. Sie hatte grosse Freude daran die Teller für meinen Wettbewerb zu designen und dies auszuarbeiten.

Wenn ich schon alles von Profis beziehe und auf höchste Qualität achte, dachte ich mir, müssen auch die Fotos meiner Kreation vom Profi gemacht werden. Sascha Fischer kenne ich seit gut einem Jahr. Er ist wie ich ein Koch, doch hat eine grosse Leidenschaft für die Fotografie. Die Bilder die entstanden sind, können sich durchaus sehen lassen!

 

Das Finale

Jetzt warte ich also auf den 11. September. Denn an diesem Tag findet das Finale in Zürich statt. Natürlich unter den wachsamen Blicken der Jury. Wie es mir am Finale ergangen ist werde ich euch natürlich im September mitteilen.

Wenn ich an dieser Stelle Roger Federer zittieren darf: „Es gibt keinen Weg um harte Arbeit herum. Nimm sie an.“