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Brot erfreut mich beim essen, fasziniert mich in der Theorie, und bringt mich in der Praxis zum verzweifeln.

Brot, das Grundnahrungsmittel das wir alle lieben.

In der Schweiz werden pro Kopf im Durchschnitt jährlich ca. 20kg Brot verdrückt im vergleich zu der Türkei, wo ca.106kg gegessen werden ist das nicht viel.

Wie lautet eigentlich die „Offizielle“ Beschreibung von Brot bei Wikipedia?

Brot ist ein traditionelles Nahrungsmittel, das aus einem Teig aus gemahlenem Getreide (Mehl), Wasser, einem Triebmittel und meist weiteren Zutaten gebacken wird. Es zählt zu den Grundnahrungsmitteln. Das feste, dunkle Äußere des Brotes heißt Kruste oder Rinde. Das Innere ist die Krume. Die meisten Brotteige können auch in Form kleinerer, etwa handtellergroßer Portionen als Brötchen gebacken werden.

Aha. Jetzt bin ich ein wenig schlauer. Mehl, Wasser, Treibmittel – Nichts einfach als das! Währen da nicht noch diverse andere Punkte, die man beachten muss. Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Mein letztes Experiment,

dass ich in angriff genommen habe, war ein Sauerteig Brot zu backen. In der Theorie hört sich das Kinderleicht an. Bereit? Gut!

 

  • Tag 1: Roggenmehl und Wasser zu gleichen Teilen mit einander mischen und zugedeckt an einen warmen Ort stellen (100gr Mehl/100gr Wasser, lauwarm)
  • Tag 2: Kontrollieren ob sich der Teig verändert hat.
  • Tag 3: Dem Teig werden erneut 100gr Mehl und 100gr Wasser hinzugefügt.
  • Tag 4: Erneutes „füttern“ mit 100gr Mehl und 100gr Wasser.
  • Tag 5: Am letzten Tag werden 200gr Mehl und 200gr Wasser beigefügt.
  • Tag 6: Fertig!

 

Wie ich gesagt habe.. KINDERLEICHT. Zumindest in der Theorie, dass kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Das Ziel eines Sauerteiges ist es Milchsäurebakterien im Teig zu kultivieren. Am wohlsten fühlen sich die Bakterien, wenn es warm ist, frei verfügbares Wasser vorhanden ist und es was zu futtern gibt. Das Mehl dient hierbei als Nahrung, das Wasser haben wir auch und über der Heizung ist es auch gemütlich warm. Check! Also haben wir eigentlich alle Punkte erfüllt. Bei meinem ersten versuch habe ich das auch gedacht. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Bereits nach dem zweiten Tag hatte mein Teig komisch gelbe flecken und stank widerlich nach faulen Eiern und getragenen Socken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich an dieser stelle keine Milchsäurebakterien, sondern irgendwelche Fäulnisbakterien durchgesetzt haben.

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So sollte Sauerteig nicht aussehen.

Der misslungene Sauerteig musste einem neuen platz machen. Versuch Nr.2! Sechs Tage lang habe ich den „Starter“, wie man den Sauerteig in der Fachsprache auch nennt, gehegt und gepflegt. Das Volumen hat regelmässig zugelegt und Blasen haben sich auch ordentlich gebildet. Die erste Hürde war genommen, jetzt musste ich bloss noch den Hauptteig herstellen und ein Brot backen. Das Rezept war schnell geschrieben, die Zutaten sanft zu einem Teig geknetet und die Temperatur des Teiges habe ich ebenfalls eingehalten. Ja, der Teig muss beim kneten eine gewisse Temperatur erreichen!
Nach dem kneten, den Teig gehen lassen, danach „falten“. Der Teig ist so elastisch, dass man Ihn mit ein wenig Geduld falten kann. Das erhöht die Stabilität des Brotes enorm und sorgt für eine Gleichmässige Porung. Ihr seht – es ist doch einiges hängen geblieben bei meinen Nachforschungen.

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So sollte Sauerteig aussehen

THEORETISCH kann ich PRAKTISCH alles

Wenn da bloss nicht diese doofe Praxis währe. In der Theorie hab ich soweit alles verstanden und konnte einen Grossteil auch gut umsetzten, denke ich.
Irgendwo hat es aber doch nicht so ganz geklappt! Das Brot, dass ich gebacken habe, kann sich auf keinen Fall sehen lassen. Schwer wie ein Ziegelstein und zum essen wie ein saures Stück Radiergummi.

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Sieht ein wenig aus wie Toastbrot. Man sagt ja, dass alle guten Dinge drei sind. Schauen wir mal, wie es beim nächsten Versuch kommt.

 

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